Innovation bei der Rettung der Welt!
Das war eine der Forderungen, die beim ersten Workshop zum Globalen Marshall Plan in Augsburg aufgestellt wurden. Im Sommer hatte der Augsburger Stadtrat die Unterstützung des Global Marshall Plans beschlossen. Der Plan will durch die Einführung einer weltweiten Ökosozialen Marktwirtschaft die aus den Fugen geratene Welt wieder ins Gleichgewicht bringen.
Um über die lokale Umsetzung zu beraten, trafen sich am vergangenen Samstag im Augsburger Moritzsaal 30 Vertreter von Organisationen, Verbänden, Unternehmen, Kirchen und Parteien auf Einladung der lokalen Agenda 21 zu einem Workshop.
Als vordringliches Ziel für die nahe Zukunft gehe es laut Frithjof Finkbeiner, Mitglied des Club of Rome und internationaler Koordinator des Global Marshall Plan, nun darum, einen internationalen Kommunikationsprozess in Gang zu setzen, um vorbehaltlos über alle Grenzen von Ländern und Kulturen hinweg die besten Wege zu einer gerechten Weltordnung auszuloten. Denn so Finkbeiner: die bessere Welt ist bereits existent: in unseren Köpfen.
Auch in der Region Augsburg soll dieser Kommunikationsprozess angestoßen werden: auf dem Workshop wurde deshalb die Gründung einer "Global Marshall Plan Akademie" unter dem Dach der lokalen Agenda 21 beschlossen. Hier sollen neben transparenter Wissensvermittlung innovative Ideen zur Umsetzung gesammelt, Multiplikatoren geschult, sowie lokal aktive Gruppen unterstützt und vernetzt werden. Auf diesem Weg sollen dann die Ideen des Global Marshall Plan in die Bevölkerung getragen und die Umsetzung auf lokaler Ebene vorangetrieben werden. Hierbei werden wir an bestehende Aktivitäten innerhalb der Global Marshall Plan Initiative wie dem Maßnahmankatalog oder der Multiplikatorenschulung anknüpfen.
Die erste der vier gebildeten Arbeitsgruppen war die Arbeitsgemeinschaft "Energie-Autarkie für die Region". Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass eines der wichtigsten Ziele der 100%ige Umstieg auf erneuerbare Energien in der Region Augsburg bis zum Jahr 2040 sein müsse, bei gleichzeitig drastischer Reduktion des Energieverbrauchs. Die Region stand auch im Mittelpunkt einer weiteren Arbeitsgruppe, die sich mit dem Konzept einer Regionalwährung befasste. Damit bleibe das Geld in der Region und fließe nicht in die Taschen der Energiekonzerne.
Wie kann man Bewusstsein schaffen, z.B. für den sparsamen Umgang mit Energie, war eine der zentralen Fragestellungen einer weiteren Arbeitsgruppe, die sich unter dem Schlagwort "Kommunikation" zusammengefunden hatte. Wo keine Einsicht herstellbar, da setzt die Arbeitsgruppe letztlich Ihre Hoffnung auf Verhaltensänderung durch direkte Kostenbelastung. Aufklärung im Vorfeld, wie z.B. Kosten und deren Wirkungszusammenhänge aufzuzeigen, wäre ein möglicher Handlungsschritt.
Neben der Behandlung grundsätzlicher Fragestellungen zum Global Marshall Plan, wurden in einer letzten Arbeitsgemeinschaft Möglichkeiten nach konkreter Umsetzung gesucht. Dabei richtete sich der Focus einvernehmlich auf die wichtigste, da zukunftgewandteste Gruppe, die Kinder. Um diese zu motivieren und v.a. auch zu mobilisieren, ist geplant, die Baumpflanzaktion "Plant-for-the-Planet" als Projektvorschlag an Schulen zu tragen.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich an das Fachforum Eine Welt der Lokalen Agenda 21 wenden: ff-eine-welt@gmx.de.