Die Prozesse müssen verlangsamt werden, weil wir das Tempo weder aushalten noch beherrschen

Franz Josef Radermacher zu Risiken und Chancen in der Wissensgesellschaft

„Wir sind ein System mit einem gigantischen Antrieb, aber auch ein System ohne Bremse“, sagt der Ulmer Wirtschaftswissenschaftler und Mathematiker Franz Josef Radermacher im neuen HORIZONTE-Interview des Stifterverbandes. Radermacher plädiert dafür, möglichst schnell einen Ausstieg aus der bisherigen Steigerungs- und Wachstumslogik zu finden: „Wir übersetzen technischen Fortschritt immer in noch mehr Aktivitäten von noch mehr Menschen und stehen dann sogar schlechter da als zuvor. Wir brauchen Wachstum, aber wir brauchen ein dematerialisiertes Wachstum.“ Radermacher ist Professor für Informatik an der Universität Ulm und Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung.



Das Interview mit Franz Josef Radermacher ist das zweite Video in der Reihe mit dem Titel „Die kommenden Tage. Risiken und Chancen der Wissensgesellschaft“. Darin befragt der Stifterverband Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien, wie sich die Gesellschaft zukünftig entwickeln wird. Im Mittelpunkt stehen die Themen Bildung, Wissenschaft, Innovationen: Welchen Weg müssen wir einschlagen, um auch künftig noch im globalen Wettbewerb zu bestehen? Welche Aufgaben erwarten uns? Wie müssen wir uns verändern? Welches sind die Stellschrauben, die wir bedienen müssen? Welche Risiken müssen wir eingehen, um uns neue Perspektiven zu erarbeiten? Den Auftakt in dieser Reihe machte unlängst der Leiter des Kulturwissenschaftlichen Institutes in Essen, Claus Leggewi.
 
Die Interviews sind auf den Internetseiten des Stifterverbandes zu sehen und abzurufen: www.stifterverband.info/webtv.
 


Quelle: Global Marshall Plan Foundation