Viel Geld, viel Macht

Finanzmärkte, Banken und die Gestalt des Geldes

Der Journalist Harald Schumann, der Experte für Komplementärwährungen Ludwig Schuster und Georg Schuermann, Triodos Bank, sprechen über ihre Strategien, sinnvolle Finanzpolitik, Bankwirtschaft und Graswurzelprojekte zu gestalten. Der Journalist Harald Schumann klärte vorbildlich über die Hintergründe der Finanzkrise auf, jetzt engagiert er sich für die NGO »Finance Watch«. Georg Schuermann will mit der ökologischen Triodos Bank nachhaltige Firmen fördern, statt mit Geld zu handeln. Ludwig Schuster engagiert sich für Regionalwährungen. Als Vertreter dreier unterschiedlicher Strategie-Ebenen kamen sie zum Oya-Gespräch mit Johannes Heimrath zusammen.

Hier sind einzelne Kernaussagen aus der Diskussion:

Ludwig Schuster Für mich ist das herausforderndste Problem, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Geld nicht neutral, sondern in gewisser Weise programmiert ist. Es ist heute vor allem auf den Zweck ausgerichtet, aus Geld mehr Geld zu machen. Die ethisch-ökologischen Banken unternehmen bereits Schritte, um diese reine Profitorientierung zu entschärfen. Und es gibt noch viele weitere Wege, die ich in meiner Arbeit aufzuzeigen versuche.

Harald Schumann Geld ist Macht, und viel Geld bedeutet viel Macht.(...) In Deutschland besitzen inzwischen etwa zehn Prozent der Bevölkerung mindestens zwei Drittel des gesamten Vermögens. Diese Asymmetrie ist für mich das allergrößte Reformhindernis bei politischen Problemen, auch bei der Energiefrage.(...) Der wichtigste Punkt ist »Too big to fail is too big«. Die großen Finanzinstitutionen müssen verkleinert werden. Den Wettbewerbsvorteil durch ihre riesige Größe müsste man radikal wegsteuern, indem womöglich ab einer bestimmten Bilanzsumme schlicht ein anderes Steuerrecht gilt. Das ist innerhalb unserer Verfassung alles möglich. Ich würde die Finanzindustrie wieder so, wie John Maynard Keynes es seinerzeit empfohlen hat, national einsperren.

Georg Schuermann Mich bewegt, wie wir Menschen zum bewussten Umgang mit Geld motivieren können. Beim bewussten Konsum machen wir Fortschritte, beim bewussten Umgang mit Geld weniger. In Gesprächen mit unseren Kunden müssen wir oft erklären, wie eine Bank eigentlich funktioniert bzw. funktionieren sollte: Es ist nicht das Geld der Bank, sondern euer Geld, mit dem wir arbeiten, und wir investieren es ertragreich in reale Wirtschaftsprojekte, die in eurem Sinn sind und zum Wohl von Mensch und Umwelt beitragen. Viele denken: Auf der einen Seite verdiene ich Geld durch Arbeit und meine Kapitalanlage, und auf der anderen Seite spende ich, denn ich bin ja gesellschaftlich verantwortlich. Das sind im Kopf getrennte Welten, die eigentlich zusammengehen könnten. Wir zeigen dann, dass auch die Geldanlage bereits etwas gesellschaftlich Positives bewirken kann.

Lesen Sie die ganze Diskussion hier.

Viel Macht - Viel Geld from oya-online.de on Vimeo.

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Quelle: Global Marshall Plan Foundation